Wie die Elbphilharmonie mit Zoom ihre Kommunikation vom Besetztzeichen zur Cloud-Plattform brachte

Die Elbphilharmonie hat ihre Kommunikation — von Geschäftstelefonie über die Ticket-Hotline bis zur mobilen Zusammenarbeit — auf der Zoom-Plattform vereint. Das Ergebnis: Bis zu 87 % weniger Administrationsaufwand, nur 3 Störungen in 4 Jahren und Skalierbarkeit selbst bei tausenden gleichzeitigen Anrufen.

Elbphilharmonie
Elbphilharmonie
Kunde:

Elbphilharmonie Hamburg

Branche:

Kultur / Öffentlicher Sektor

Standort:

Hamburg, Deutschland

Unternehmensgröße:

272 Mitarbeitende

Zoom-Produkte:

Zoom Phone (263 Nutzende), Zoom Contact Center (23 Agenten, 4 Supervisoren), Zoom Workplace (Meetings, Chat), Zoom AI

Herausforderung:

Hochkomplexe Legacy-PBX mit rund 10 virtuellen Servern, fehlende Skalierbarkeit bei Belastungsspitzen, eingeschränkte mobile Zusammenarbeit

Ergebnisse:

Administrationsaufwand von 2 Stunden auf 15 Minuten pro Woche reduziert; nur 3 Störungen in 4 Jahren statt alle 2–3 Monate; alle Anrufenden erreichen das Contact Center — auch bei Vorverkaufsstarts mit 80.000+ Anrufen

Wenn eines der weltweit begehrtesten Konzerthäuser einen Vorverkauf startet, greifen Tausende gleichzeitig zum Telefon. Bei der Elbphilharmonie in Hamburg waren das in der Vergangenheit teilweise mehr als 80.000 Anrufe in enorm kurzer Zeit. Viele endeten mit einem Besetztzeichen. Die alte Telefonanlage war schlicht nicht dafür ausgelegt, solche Spitzen zu bewältigen.

 

Heute ist das anders. Seit die Elbphilharmonie ihre gesamte Kommunikation auf die Zoom-Plattform migriert hat, gibt es kein Besetztzeichen mehr, egal, wie viele es gleichzeitig sind. Der Weg dahin begann mit einer grundsätzlichen Frage: Wie lässt sich eine über Jahrzehnte gewachsene Telefoninfrastruktur ablösen, ohne auf bewährte Funktionen zu verzichten?

Die Herausforderung

Die Elbphilharmonie betrieb über Jahre eine virtualisierte PBX-Anlage eines etablierten Herstellers. Das System umfasste rund 10 virtuelle Server und deckte ein breites Spektrum ab: Geschäftstelefonie, ein Call Center, einen Faxserver, IP-Analog-Wandler, Audiokonferenzsysteme und eine Handy-Nebenstellen-Integration. „Es gab so gut wie nichts, was wir nicht realisieren konnten," sagte Ingo Främbs, stellvertretende Leitung IT der Elbphilharmonie.

 

Doch genau diese Funktionsvielfalt wurde zum Problem. Die Komplexität der Anlage war so groß gewachsen, dass niemand im internen IT-Team sie vollständig administrieren konnte. Selbst einer der führenden Systempartner in Deutschland war auf die Verfügbarkeit einzelner Spezialisten angewiesen. Ingo Främbs und sein Team brachten rund 2 Stunden pro Woche allein für die reine Administration auf. Dazu kamen Störungen, die alle 2 bis 3 Monate auftraten und von einzelnen Diensten bis zum Komplettausfall des Contact Centers reichten. Die Folgen für Kundinnen, Kunden und Kolleginnen und Kollegen waren pro Ausfall erheblich.

 

Die Schwächen zeigten sich besonders bei den Vorverkaufsstarts: Wenn mehre tausend Menschen gleichzeitig anriefen, war die PBX überfordert. Für ein Haus, das Weltklasse-Service bieten will, war das kein hinnehmbarer Zustand.

 

Zusätzlich wuchs der Bedarf an mobiler Zusammenarbeit. Mehr als 250 Mitarbeitende sollten flexibel aus dem Büro und von unterwegs arbeiten können. Gleichzeitig legte die Geschäftsführung Wert darauf, auch in hybriden Arbeitsmodellen den engen Kontakt zu allen Teams zu halten. Die bestehende Infrastruktur war für stationäre Büroarbeit konzipiert und konnte diese Anforderung nicht erfüllen.

Proof of Concept: Skepsis trifft auf neue Denkweise

Im November 2021 startete die Elbphilharmonie die Evaluierung einer neuen PBX. Das IT-Team erstellte zunächst eine umfangreiche Liste mit Leistungsdaten und Features, klassifizierte anschließend die wichtigsten Funktionen und schrieb ein „Kochbuch" für einen Proof of Concept. Nach mehreren Remote-Produktvorführungen blieben zwei Anbieter übrig, die in einen Live-POC gingen.

 

Ingo Främbs und sein Team gingen mit einer klaren Erwartung in diese Phase: Sie wollten Zoom an einem harten Leistungsverzeichnis messen, hunderte von Anforderungen basierend auf jahrelanger praktischer Erfahrung, ergänzt um neue Kollaborationsfunktionen.

Das Ergebnis überraschte ihn. Rund 30 % der Anforderungen waren direkt mit einem grünen Haken versehen. Beim Rest stand ein Vermerk, der die Evaluation in eine andere Richtung lenkte: „Hierfür haben wir eine andere Lösung." Främbs erkannte, dass Zooms Ansatz die PBX-Systeme nicht mit dem Ballast jahrzehntealter Anforderungen nachbaute, sondern Geschäftstelefonie von Grund auf neu dachte.

 

Der POC selbst dauerte rund 4 Monate und wurde von Zoom eng begleitet — neben dem Vertrieb standen technische Spezialisten in Deutschland und den USA zur Verfügung. Das IT-Team der Elbphilharmonie konnte die komplette Anforderung mit Testlizenzen selbst nachbauen und validieren. Im Juni 2022 ging Zoom Phone live. Das Zoom Contact Center folgte ein Jahr später.

Zoom Phone: Geschäftstelefonie, radikal vereinfacht

Mit Zoom Phone ersetzte die Elbphilharmonie ihre gesamte PBX-Infrastruktur — 10 virtuelle Server, konsolidiert auf einer einzigen Cloud-Plattform. Heute nutzt der Großteil der Mitarbeitenden Zoom Phone als Applikation, ergänzt um 36 Festnetztelefone.

 

Die Vorteile zeigten sich sofort in der Administration: Über eine SSO-Anbindung werden neue Nutzerinnen und Nutzer automatisch eingerichtet, Lizenzen zugewiesen und Kontaktgruppen angelegt. Serviceanfragen, die früher externe Spezialisten erforderten, erledigt jetzt das interne Helpdesk-Team eigenständig.

Zoom Contact Center: Jeder Anruf kommt an

Für die Ticket- und Abo-Hotline setzt die Elbphilharmonie auf Zoom Contact Center. Das Team betreut nicht nur die Hotlines, sondern auch den Präsenzverkauf und die Beantwortung von E-Mails. Wer wann welchen Schwerpunkt übernimmt, steuern die Supervisoren flexibel über das Contact Center.

 

Der Call Flow wurde granular aufgebaut: Anrufende wählen zunächst ihre Sprache, anschließend prüft ein Script die Nummer gegen das CRM-System. Hinterlegte Kundinnen und Kunden werden erkannt, und die Agenten erhalten direkt relevante Informationen, etwa ob es sich um einen VIP-Kontakt handelt. Bei längeren Wartezeiten können Anrufende einen Rückrufwunsch hinterlegen oder sich Informationen über Ansagen vorspielen lassen.

 

Der entscheidende Unterschied zeigt sich bei Belastungsspitzen. „Bei einem Vorverkaufsstart haben uns in der Vergangenheit mehr als 80.000 Kunden angerufen", so Ingo Främbs. "Natürlich kann kein Team der Welt so viele Anrufe gleichzeitig persönlich entgegennehmen. Aber mit Zoom Contact Center bekommt jeder Anrufer eine Reaktion: Viele finden ihre Antwort schon in einer Ansage, andere wählen einen Rückruf, und diejenigen, die einen Agenten sprechen müssen, kommen besser vorqualifiziert durch.

 

Weil das Agenten-Team klein ist und parallel mehrere Aufgaben übernimmt, arbeitet die Elbphilharmonie bewusst nicht mit klassischen Contact-Center-Kennzahlen.

Die Implementierung wurde vom Zoom Professional Service begleitet. Das Team beriet bei der Gestaltung des Call Flows, übernahm die Dokumentation und konnte bei Anforderungen, die noch nicht für den europäischen Markt optimiert waren, direkt mit den Entwicklungsteams in den USA umsetzen. Änderungen wurden in laufende Sprints aufgenommen. Auch bei der Portierung der Call-Center-Rufnummern erwies sich die enge Anbindung an Zoom als Vorteil.

Zoom Workplace: Mobile Zusammenarbeit für alle Mitarbeitenden

Jede und jeder der Mitarbeitenden erhält einen Zoom Account, um an Meeting-Einladungen teilnehmen zu können. Mit Zoom Workplace — Meetings, Team Chat und der mobilen App — bildet die Elbphilharmonie heute hybride Arbeitsmodelle ab, die mit der alten Infrastruktur nicht möglich waren. Abteilungsleitungen halten über Videokonferenzen und Chats den Kontakt zu ihren Teams, die Geschäftsführung bleibt auch bei verteiltem Arbeiten eng angebunden.

Datenschutz und Compliance: EU-konform und betriebsratsgeprüft

Die Daten der Elbphilharmonie werden in Rechenzentren in Deutschland und Europa gespeichert. Über die Administrationsoberfläche lässt sich granular einstellen, wo Transkriptionen verarbeitet und ob sie bei Zoom oder lokal gespeichert werden. Die externe Datenschutzbeauftragte und der Informationssicherheitsbeauftragte gaben nach Prüfung grünes Licht. Einziger Hinweis: Bei Meetings mit externen Teilnehmern soll ein Datenschutzhinweis in die Einladung aufgenommen werden sollte. Auch der Betriebsrat war durch das Rollen- und Rechtekonzept sowie die Einstellmöglichkeiten für Aufbewahrungsfristen überzeugt.

Die Ergebnisse

  • Administrationsaufwand um etwa 87 % reduziert: Von rund 2 Stunden pro Woche auf etwa 15 Minuten. Die Zeit, die früher in die Pflege der alten PBX floss, steht heute für andere IT-Projekte zur Verfügung.
  • Steigerung der Systemstabilität: In 4 Jahren Zoom-Betrieb gab es lediglich 3 kurze Störungen, verglichen mit Ausfällen alle 2 bis 3 Monate unter der alten Infrastruktur.
  • Skalierbarkeit durch intelligentes Call-Routing: Selbst bei Vorverkaufsstarts mit hoher Anrufzahl läuft heute niemand ins Besetztzeichen. Self-Service-Ansagen beantworten die häufigsten Fragen direkt, ein Rückrufwunsch ist jederzeit möglich, und die Agenten können sich auf die Fälle konzentrieren, bei denen persönlicher Kontakt den Unterschied macht.
  • Eigenständige Administration: Das interne Helpdesk-Team kann Nutzerinnen und Nutzer einrichten, Lizenzen zuweisen und Serviceanfragen selbstständig bearbeiten — ohne Abhängigkeit von externen Spezialisten.
  • CRM-Integration im Contact Center: Agenten sehen bei bekannten Anrufenden sofort relevante Kundeninformationen und können die Informationen für die Auswertung, Reporting und Nachbearbeitung erfassen.
  • EU-konforme Datenhaltung: Daten werden in Rechenzentren in Deutschland und Europa verarbeitet, geprüft und freigegeben durch Datenschutzbeauftragte und Betriebsrat.

Ausblick

Die Elbphilharmonie hat mit Zoom AI bereits den nächsten Schritt im Blick. Das IT-Team sieht großes Potenzial in der Möglichkeit, Aufgaben aus Calls, Meetings und Chats automatisch extrahieren zu lassen. „Die KI fragen zu können, welche Aufgaben sich aus den letzten drei Calls oder dem letzten Meeting ergeben haben, macht meine Arbeit deutlich effizienter," sagte Främbs.

 

Rückblickend hebt Främbs besonders die Reaktionsgeschwindigkeit von Zoom hervor: Bugs und Feature-Requests werden aus seiner Sicht schnell bearbeitet. Die Partnerschaft hat der Elbphilharmonie eine moderne Kommunikationsplattform beschert, die mit dem Haus mitwächst und die bei Bedarf auch tausende Anrufe gleichzeitig verarbeitet, ohne einen einzigen davon zu verlieren.

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